Ohrgeräusche bei Mensch und Tier

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Welche Geräusche hört der Mensch

Das Ohr ist das sensibelste und leistungsfähigste Sinnesorgan des Menschen. Es kann Ohrgeräusche im Bereich von 16Hz bis 20.000Hz genau differenzieren. Die Abkürzung Hz steht für „Hertz“ und ist eine Maßeinheit für die Tonhöhe (Schwingungen pro Sekunde) der Ohrgeräusche. Wir sind fähig ca. 400.000 unterschiedliche Töne wahrzunehmen und zu unterscheiden.

Das Ohr kann dem Schall unterschiedliche Richtungen zuweisen und dient damit auch unterstützend bei der Orientierung im Raum. Ohrgeräusche, die wir als besonders angenehm empfinden liegen im Frequenzbereich zwischen 400Hz und 5.000Hz. In diesem Frequenzbereich liegt auch die menschliche Sprache und die Musik.

Die Lautstärke der Töne wird in Dezibel (dB) gemessen.

Oberhalb von 120 bis 130 Dezibel ist die Schmerzgrenze erreicht. Ohrgeräusche von 130 dB entsprechen in etwa der Lautstärke beim Start eines Düsenflugzeugs. Das Erreichen der Schmerzgrenze kann schon nach kurzer Zeit Hörverlust, Ohrensausen, Rauschen im Ohr oder andere Tinnitus Symptome zur Folge haben.

Auch bei dem Besuche einer Disko kann der Geräuschpegel, besonders wenn der Abend schon fortgeschritten ist, mal locker 110 dB oder mehr erreichen. Der Discobesuch hat dann mit Stress abbauen bei Tinnitus nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: Mitarbeiter von Diskotheken (auch Besucher) sind genauso wie Berufsmusiker häufig von Ohrensausen betroffen. Die Tinnitus Behandlung sollte dann umgehend begonnen werden um einen chronischen Tinnitus zu verhindern. (Ohrstöpsel können präventiv dabei helfen, das Ohr vor zu starker Belastung durch Ohrgeräusche zu schützen.

Trendige Ohrstöpsel bei 

Hörfrequenzen im Tierreich

  • Mensch: 16 Hz – 20.000 Hz
  • Thunfisch: 50 Hz – 1.100 Hz
  • Huhn: 120 Hz – 2.000 Hz
  • Katze: 50 Hz – 65.000 Hz
  • Hund: 65 Hz – 44.000 Hz
  • Frettchen: 15 Hz – 45.000 Hz
  • Schmetterling (Nachtfalter): 20.000 – 75.000 Hz
  • Fledermaus: 2.000 Hz – 100.000 Hz
  • Schweinswal: 120 Hz – 150.000 Hz

Mit Geräuschen „sehen“: die Fledermaus

Fledermäuse sind fast blind. Sie erzeugen Ultraschalltöne. Damit können sie sich bestens in Ihrer Umgebung orientieren. Die Töne werden von der Umgebung des Tieres reflektiert und von den besonders groß ausgebildeten Ohren der Fledermaus wieder empfangen. Durch diese sogenannte Echoortung kann das Gehirn der Fledermaus aus den empfangenen Tönen ein perfektes Abbild der Umgebung formen.

Ultraschalltöne sind höher als die höchsten Ohrgeräusche, die das menschliche Ohr noch hören kann. Bei manchen Fledermaus-Arten wird eine Tonhöhe von bis zu 100.000 Hz erreicht.

Eine bevorzugte Beute der Fledermäuse sind Nachtfalter. Manche Nachtfalter-Arten sind fähig den Ultraschallton einer Fledermaus zu hören, oder ähnlich hohe Töne zu erzeugen, die die Fledermaus bei der Orientierung vollkommen verwirren.

Der Wal – das empfindlichste Lebewesen für Ohrgeräusche

 

Walgesänge bei 

Auch Wale sind besonders empfindlich für Ohrgeräusche. Sie sind teilweise fähig über eine Distanz von mehreren hundert bis tausend Kilometern zu kommunizieren. Die Ohren der Wale haben sich äußerlich im Laufe der Evolution zurückgebildet. Übrig geblieben sind zwei kleine Löcher an den Seiten des Kopfes der Tiere. Wale hören teilweise auch über die Knochen des Unterkiefers der die Töne in ihrem Schädel weiterleitet.

Die Gattung der Zahnwale hat ein besonderes Organ im Kopf der Tiere ausgebildet, das „Melone“ genannt wird. Dieses Organ sendet Klicklaute aus. Die Klicklaute werden von der Umgebung reflektiert, kommen als Ohrgeräusche zurück, werden gebündelt und an die Melone weitergeleitet. Dieses besondere Sinnesorgan sind Zahnwale fähig, durch die Information der Ohrgeräusche im Kopf des Tieres auch in trübem Wasser ein perfektes Abbild der Umgebung zu bekommen. Zahnwale können im Ultraschallbereich Frequenzen bis zu 280.000 Hz hören.

Die Lärmverschmutzung in den Weltmeeren nimmt ständig zu.

Das Hörsystem von allen Walen und Meeressäugern ist extrem empfindlich. Ohrgeräusche durch Schiffsmotoren, Bohrinseln, Sonar, Sprengungen unter Wasser oder militärische Versuche werden immer häufiger. Die Folge für die Tiere sind Lärmschädigungen des Hörorgans, Orientierungsprobleme oder der Tod durch Massenstrandungen.

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