Ohrensausen-Tinnitus Beleiterkrankungen Check

Foto: Marie Schneider

Tinnitus Begleiterkrankungen und „Die Tinnitusspirale“

Begleiterkrankungen bei Ohrensausen

Ohrensausen kann eine starke psychische Belastung und dadurch eine extreme Lebensbeeinträchtigung zur Folge haben. Ständige Ohrgeräusche erzeugen Dauerstress.

Durch die starke psychische Belastung die durch eine Tinnitus-Erkrankung entsteht  können sich neben dem Ohrensausen verschiedenste Begleitsymptome einstellen. Diese Begleitsymptome beeinträchtigen nicht nur die Verarbeitung der Geräusche im Ohr sondern auch die Psyche und als Folge alle wichtigen Lebensfunktionen. Durch die Folgen der Begleitsymptome die ein Tinnitus bewirkt, kann alles noch schlimmer werden:                                                                                                                                       Tinnitus erzeugt Begleitsymptome – die Begleitsymptome erzeugen Stress – Stress verstärkt den Tinnitus. Durch die Auswirkungen von Nebensymptomen des Tinnitus entsteht eine Verstärkung des Hauptsymptoms Ohrensausen: die „Tinnitusspirale“.

Depressionen bei Ohrensausen auflösen – 

Depressionen

Depressionen sind psychische Störungen, die auf einer großen Anzahl individuell zusammenwirkender Faktoren basieren. Sie sind die häufigste Begleiterkrankung bei Ohrensausen. Viele Verläufe einer Tinnitus-Erkrankung, besonders schweres chronisches Ohrensausen mit einem hohen Leidensdruck, führt zu Depressionen. Die Symptome von Depressionen sind mit einer Beeinflussung durch den Willen nicht in den Griff zu bekommen und äußern sich zum Beispiel in

  • Niedergeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Abgespanntheit
  • einem Verlust des Selbstwertgefühls
  • einem Verlust jeglicher Interessen
  • ständigem Grübeln
  • der Unfähigkeit Freude zu empfinden
  • Angstzuständen
  • fehlender Hoffnung
  • Antriebslosigkeit
  • Selbstaufgabe
  • Suizidgedanken

Gerade wenn man von einem ständigen und starken Ohrensausen gepeinigt wird, entstehen Gedanken wie: „Ich kann mit diesem Ohrensausen nicht mehr leben.“ oder  „Dieses ständige Rauschen im Ohr treibt mich in den Wahnsinn.“

Für viele Betroffene ist es – durch ihre fehlende Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit – sehr schwer, sich Hilfe zu holen. Hinzu kommt, dass Depressionen in unserer Gesellschaft vielfach falsch eingeschätzt werden und oft auch noch stigmatisiert sind. Dabei ist eine Depression eine psychische Störung, die jeden treffen kann. Gerade in einer Gesellschaft, die den Menschen immer mehr Leistung abverlangt und sie ständig unter einen immer höheren Erfolgsdruck setzt (Ohrensausen und Stress), nimmt die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken ständig zu.

Depressionen keine Chance geben – Tipps bei:

 

Schätzungen zufolge sind etwa zehn Millionen Bundesbürger einmal im Leben von Depressionen betroffen. Da Depressionen oft nicht als solche erkannt werden und viele Erkrankte Angst haben sich zu Ihrem Leiden zu bekennen oder sich Hilfe zu holen, ist hier von einer viel höheren Dunkelziffer auszugehen.

Gegen das Tinnitus-Leiden 

Die Hyperakusis

Hyperakusis ist eine stark verstärkte Lärmempfindlichkeit und kann eine Begleiterkrankung von Tinnitus sein. Von Hyperakusis sind ca. 40% der Tinnitus-Patienten betroffen. Zusätzlich zu dem Lärmpegel, den das Ohrensausen verursacht, werden normale Alltagsgeräusche als unangenehm, störend, oder bedrohlich empfunden.

Die normale Schallgrenze unterhalb der Geräusche noch als angenehm empfunden werden, ist bei Menschen die an Hyperakusis erkrankt sind deutlich niedriger. So kann zum Beispiel das Klingeln eines Telefons, der Lärm vorbeifahrender Autos, das Geräusch herunterfallender Gegenstände oder ein Raum mit Menschen, die sich unterhalten zu einer unerträglichen Geräuschkulisse werden. Menschen die von Ohrensausen betroffen sind und gleichzeitig unter Stress durch Alltagsgeräusche  ( Hyperakusis ) leiden, ziehen sich mehr und mehr aus dem Alltagsleben zurück. Als Folge droht auch hier eine absolute soziale Isolation.

Ohrgeräusche erzeugen Stress, Tinnitus und Hyperakusis als Begleitsymptom erzeugen noch mehr Stress. Und noch mehr Stress verstärkt den Tinnitus.                      Die Tinnitusspirale.

Die Dysakusis

Eine Dysakusis ist eine Fehlhörigkeit oder Hörverzerrung. Sie kann als einzelne Begleiterscheinung des Tinnitus auftauchen oder zusammen mit einer Hyperakusis auftreten. Der Höreindruck ist bei einer Dysakusis verzerrt. Geräusche aber auch Stimmen werden verändert wahrgenommen. Oft kommt es auch zu einem Doppeltonhören oder Geräusche hallen im Ohr nach. Wenn man unter einem ständigen Ohrensausen leidet, wird die Verarbeitung des Gehörten in Verbindung mit einer Dysakusis noch schwieriger.

Morbus Menière verstehen und Behandlungskonzepte entdecken bei 

Ohrensausen und Morbus Menière

Morbus Menière ist ebenfalls eine Erkrankung des Hör- und Gleichgewichtsorgans, die als Begleiterkrankung des Tinnitus auftreten kann. Sie wurde das erste Mal 1861 von dem französischen Arzt Prosper Menière beschrieben. Morbus Menière aüßert sich symptomatisch genauso wie Tinnitus in der Enstehung von Phantomgeräuschen oder Ohrensausen und Hörverlust.

Hinzu kommen Schwindelanfälle der unterschiedlichsten Art. Sie treten als Anfälle von Drehschwindel, der auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann, auf. Die Abstände, die Dauer und die Heftigkeit der Anfälle kann von Fall zu Fall stark variieren. Im schweren Verlauf können die Schwindelanfälle über Stunden hinweg andauern. Es kommt aber auch vor, dass zwischen den Schwindelanfällen eine beschwerdefreie Zeit von mehreren Jahren liegt.

Begleitende Symptome können auch vegetative Störungen wie Schweißausbrüche, starke Schwankungen des Blutdrucks oder Herzrasen sein. Bis heute ist die Ursache des Krankheitsbildes nicht sicher geklärt. Fachärzte gehen davon aus, dass der Störung eine Druckerhöhung der Flüssigkeit im Innenohr zugrunde liegt. Bei vielen Patienten wird, wie auch bei Ohrensausen, eine Verspannung der Halswirbelsäule oder aber der Kiefergelenke diagnostiziert.    

Nicht jeder Mensch, der unter Schwindelanfällen leidet, hat zwangsläufig Morbus Menière. Schwindelanfälle können, genauso wie Ohrensausen, vielfältige Ursachen haben. Die Diagnose einer menièrschen Erkrankung ist von daher schwierig. Je öfter die Schwindelanfälle oder das Rauschen im Ohr auftreten, desto mehr wächst auch die Verunsicherung des Patienten. Auch bei dieser Erkrankung ist wie bei Ohrensausen, Hyper- und Dysakusis diagnostisch keine klare äußerliche Ursache feststellbar. Die Patienten entwickeln ein großes Angstpotential vor erneuten willkürlich auftretenden Schwindelanfällen. Diese Angst kann sich genauso wie bei dem Ohrensausen verselbständigen und auch hier ist die Gefahr groß, dass sich Depressionen einstellen, die dazu führen, dass sich die Betroffenen vollkommen isolieren.

Hyperakusis, Dysakusis und Morbus Menière sind, wie auch der Tinnitus, ernstzunehmende Notsignale des Körpers.

Sie alle entstehen symptomatisch durch gravierende Störungen der Hör- und/oder Gleichgewichtszellen. Es wird ganz klar deutlich, dass Ohrgeräusche, Ohrensausen und die möglichen Begleiterkrankungen sich in Entstehung und Auswirkung gegenseitig bedingen. Die Co-Existenz dieser Ohrerkrankungen ist wie ein Teufelskreis, die Auswirkung einer Erkrankung kann die Entstehung einer anderen begünstigen und ihre Symptome verschlimmern: Das ist die Tinnitusspirale.

Und diese Tinnitusspirale gilt es zu durchbrechen, um den Leidensdruck durch das Ohrensausen nicht immer stärker werden zu lassen. Das Ziel ist, das Ohrensausen irgendwann einmal aus dem Ohr zu verlieren. Ja zu verlieren, denn hier ist wieder loslassen angesagt und für die Tinnitus Behandlung gilt vor allem eines: Stress abbauen bei Tinnitus!

Ziehen Sie sich nicht zurück und flüchten Sie nicht in die totale Isolation. Gehen Sie unter Menschen, auch wenn Sie geräuschempfindlich sind. Sie schaffen das. Das Hören entspannender Musik über Kopfhörer kann dabei helfen. Reden Sie mit Menschen, versuchen Sie ihnen zu verdeutlichen, wie das Ohrensausen Ihr Leben beeinträchtigt und – ganz wichtig: Holen Sie sich Hilfe!

Es gibt keinen Grund, sich für eine Tinnitus Erkrankung oder Begleiterkrankungen wie Depressionen zu schämen.

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